Freunde des fahrbaren Bleches
Dazu schreibe ich lieber nichts, sonst wird der heutige Beitrag ein
halbes Buch. Wird er wohl sowieso.
Aber mal ehrlich, dumm und asozial, ist das von mir übertrieben?
Ihr Verhalten zeigt, daß ihr Sozialverhalten unter der untersten
Schublade versteckt ist. Und Intelligenz, davon haben solche Leute
evtl. mal gehört aber haben damit keinerlei persönliche Erfahrung.
»Menschen unkontrolliert, unbeherrscht und zerstört die Gesellschaft.«
Das lasse ich auch mal so stehen. Leute welche dem Alkohol folgen
wollen nicht aufgeklärt werden, die sind schon vom Denken, über ihre
Alkoholsucht, befreit, dank des Alkohols. Alkoholikern fiel es schon
immer schwer zuzugeben das sie Alkoholiker sind und das es ein Fehler
war den Alkohol als Glücksdroge zu benutzten. Es gibt wirklich sehr
sehr viele Menschen da draußen die dem Alkohol folgen und sich die
Abhängigkeit nicht eingestehen wollen. "Ist doch nur ein Glas." oder
ähnliches, wie oft wird da gelogen.
So, ich mache dann bei dem letzten Beitrag weiter.
Vielleicht gehe ich jetzt mal aus der anderen Richtung in das Thema, also
statt mich wieder in der fernen Vergangenheit festzuschreiben gehen wir
mal von jetzt aus.
Wie sieht es heute aus? Ich schrieb ja, was der Auslöser war, ich hatte
beim Sonnen trotzdem ein leicht ungutes Gefühl. Es steckt eben in einem
drin. Aber es beherrscht mich nicht mehr.
Ich kann auch über mich selbst lachen und nehme nicht mehr alles so
ernst. Wie schon geschrieben, hilft es natürlich wenn da Menschen sind
welche einem auch positives Feedback geben. Dies sind die Menschen welche
zählen, deren Meinung wichtig ist. Wenn andere ein Problem haben, haben die
wohl ein Problem.
Ich achte auf meinen Körper, auch wenn ich es nicht übertreibe. Ich gehe zu
einer Kosmetikerin um mir die Haare entfernen zu lassen. Nicht nur weil man
dadurch jünger und gepflegter erscheint, sondern weil ich mich dadurch besser
fühle. Ich kenne die ganzen Sprüche alla "ein Mann muß behaart sein" usw. .
Ich kenne aber auch die Reaktionen, die es so gut und schön finden wie ich
es mache. Nicht jede will einen behaarten Affen im Bett haben.
Ich finde das gepflegte Füße auch bei einem Mann wichtig sind. Nicht weil
ich oft barfuß bin, im Gegenteil, sondern für mich. Und wenn es dann doch
eine Situation gibt, dann hat man schöne Füße und bekommt manchmal sogar
ein Kompliment dafür. Beine und Füße sind ja eher meine "Problemzone",
die "Grunderkrankung", aber genau deswegen sollen sie in Ordnung sein.
Die Leute denken evtl. die Beine oder Füße sind "verunstaltet" und dann
sind sie überrascht, wenn sie sie sehen. Ja, es ist mir wichtig. Ich
habe auch keine Haare auf den Füßen, wenn würde ich sie entfernen. Es
sieht bei manchen wirklich ekelig aus.
Ivie gab mir schon von Anfang an ein positives Bild von mir. Sie gab mir
immer positive Rückmeldung. Letztes Jahr in Spanien wollte sie, daß ich
mein T-Shirt ausziehe.
Sie selbst hatte ein "gestörtes" Verhältnis zu ihrem Körper, auch sie sah
sich nicht als attraktiv an.
Doch sie irrte sich, sie ist eine schöne Frau. Die positiven Rückmeldungen,
nicht nur von mir, die Anerkennung und alles, änderten ihre Einstellung zu
sich selbst.
Dies gilt auch für mich.
Die Narben an ihrem Oberarm, letztes Jahr schämte sie sich dafür, heute
ist es ihr egal. Man sieht es auch kaum und es ist egal. Das ist sie und
es entstellt sie ja nicht. Sie ist selbstbewusster und weiß, wir mögen sie
so wie sie ist. Sie ist ein wunderbarer Mensch und das macht sie attraktiv
und liebenswert. Selbst wenn es deswegen blöde Kommentare geben würde, ich
habe zumindest nicht mitbekommen, daß es welche gab, denke ich wird sie denen
nun eine andere Gewichtung geben als zB früher.
Mir gefallen ihre Arme, und der Rest auch.
Ivie findet mich attraktiv, nur das zählt. Ich finde Ivie attraktiv, weil
sie es ist. Was andere aus Neid oder Missgunst sagen interessiert nicht.
Unsere Waage ist auf der positiven Seite wieder gefüllt und wir werden
auch weiterhin immer wieder die Waage des anderen auffüllen. Die dummen
negativen Kommentare haben kein großes Gewicht mehr.
Gehe ich jetzt nochmal in die Zeit in Bonn zurück.
Von Jaqueline bekam ich eine Rückmeldung, sie hatte ihrer Mutter gesagt,
daß ich über das von damals schreiben will. Ihr Vater lebt übrigens nicht
mehr. Schöne Grüße von ihrer Mutter an mich und es wäre damals ja nicht
so gemeint gewesen. Nein, war es nicht.
Die Geschichte als Jaquelines Eltern das erste mal zu Besuch waren.
Jaqueline hatte ein Zimmer in einer Studenten-WG. Fünf Leute in einer
WG. Ein Badezimmer, eine Küche, ein Kühlschrank. Mehr muß ich wohl nicht
schreiben. Doch, etwas was sie damals sehr störte, es war eine gemischte
WG, also es waren damals auch zwei Männer in der WG. Zudem studierten
nicht alle das selbe oder im selben Semester. Es gab also manchmal schon
Spannungen dort. Ich selbst hatte das Geld und nahm mir eine normale
Wohnung mit ca. 80qm. Der Gedanke, in einer WG zu leben, gefiel mir damals
nicht, auch wenn es interessant hätte werden können. Zudem war mir klar,
daß das Studium sehr hart werden wird. Die Eignungstest zeigten ja schon,
was da auf einen zukommen würde. Also wollte ich die Begleitumstände
möglichst angenehm haben. Also nahm ich eine normale Wohnung und keine
Studentenbude. Zudem, ich war keine 20 mehr, zwar auch noch nicht 30 aber
doch näher an 30 als an 20. Einen gewissen Anspruch hatte ich da, oder
Vorstellungen von meinem neuen Leben.
Jaqueline war öfter bei mir, weil ich eben den Platz hatte und es war
angenehmer. Sie nutzte mein Bad, meinen Kühlschrank, meine Küche und
übernachtete auch mal bei mir.
Ihre Eltern kamen zu Besuch um mal zu sehen wie es ihr so geht. Sie
wussten damals, daß es mich gibt aber wir haben uns noch nie vorher
gesehen. Also entschieden wir, daß wir den Besuch bei mir machen.
Nachdem die ihr Studentin-WG-Zimmer und so angesehen hatten kamen sie
zu mir zum Mittagessen und wir machten auch Kaffee und Kuchen. Es
lief auch gut. Es war ein Sonntag und ich hatte am Vormittag noch
Kuchen aus der Bäckerei geholt. Das Mittagessen wurde sogar gelobt.
Dann sagte Jaqueline, daß ich es gekocht hätte. Ja, hatte ich. Und
ich war stolz wie sonst was darauf. Nichts extravagantes, Kartoffeln
und Soße und ein bischen Gemüse als Beilage und einen großen Braten.
Es war mein zweiter oder dritter Braten den ich überhaupt jemals gemacht
hatte. Schnitzel, oder so, braten war ja Standard. Aber so einen großen
Braten, anbraten und dann in den Ofen und immer wieder benetzten und
drehen. Ich hatte ihm sogar gut zugeredet, man weiß ja nie ob es nicht
doch was bringt. Laut Rezept sollte man ihn nach der und der Zeit raus
nehmen, dann steht man da und denkt "sieht noch nicht gut aus, ich lasse
ihn noch drin", und dann "war das zu lang, ist der jetzt zu trocken?".
Als sie das Essen lobten, taten sie es weil sie dachten ihre Tochter
hätte es gemacht? Und als Jaqueline sagte, daß ich es gemacht hatte,
haben sie dann ihre Meinung geändert? Nein, im Gegenteil. Sie wiederholten
das Lob nochmal direkt an mich. Ein Kleinigkeit, was mir aber viel
bedeutet hatte.
Das war aber nicht der Punkt, um den es eigentlich ging. Nach dem Essen
setzten wir uns ins "Studien-Zimmer". Es war das Wohnzimmer aber dort
lernten wir oft, auch noch mit anderen Studenten zusammen. Man ruht
nach dem Essen und es wurde geredet. Da könnte ich jetzt viel schreiben,
sie wollten auch etwas über mich wissen, zB meine "Vorbelastung", ob
das weh tut. Nein, nur wenn mir Jaqueline gegen das Schienbein tritt.
Und dann: JAQUELINE! Jaqueline: "Ich trete doch nur ganz leicht!", und
dann wieder: "JAQUELINE! So etwas tut man nicht.", ich: "Ja, hör auf
deine Eltern.", Jaqueline: "Schleimer!".
Nun war folgendes. Ich hatte es mir in der Ecke der Couch bequem gemacht.
Ich "saß" dort mit angewinkelten Beinen, also so halb auf den Beinen
sitzend. Eben mit angewinkelten Beinen auf der Couch. Dann wurde erwähnt,
daß so doch kein richtiger Mann sitzt. Ich dann so: Warum nicht? Was spricht
dagegen? Also ich habe oft so gesessen, es war und ist eine angenehme
Position. Weiß gar nicht genau warum. Aber so würden ja nur Frauen sitzen.
Nun, man muß sich dieses Gespräch etwas gedehnt vorstellen. Es war also
nicht so Zack Zack, wie: Angriff, Verteidigung, Schachmatt. Es war eher
verzehrt, in andere Themen eingebettet. Bis sich eben so diese Aussage
herauskristallisierte. Es war auch nicht vorwurfsvoll sondern es war ihre
Meinung oder Empfinden. Es war kein Angriff sondern eher ein Austausch
in einer doch guten Stimmungslage.
Trotzdem war die Aussage, ich sei wohl kein richtiger Mann, nichts was
"wir" so stehen liesen. Ich hatte eben darauf reagiert, warum soll ein
Mann nicht auch so sitzen können oder sollen. Muß ein Mann wirklich
breitbeinig Sitzen um sein Geschlechtsteil zu präsentieren? Ich tue so
etwas nicht, habe ich auch nie. Habe ich nicht nötig gehabt. Es gibt
ja mittlerweile ein Wort dafür: Manspreading.
Ich, als Mann, kann die Kritik an solchem Verhalten nachempfinden. Es
ist typisches Getue von Leuten welche sich aufspielen wollen. Entweder
als "Hinweis" auf ihr so großes Geschlechtsteil, daß sie ihre Beine so
breit spreizen müssen und so viel Platz benötigen oder eben mehr Platz
als andere beanspruchen zu können. Es gibt Frauen die auf so ein Getue
hereinfallen und es als attraktiv finden, tja. Es ist einfach nur
Getue und lächerlich. Und anderen den Platz weg nehmen oder bewusst
dadurch zB die Frau auf dem Nebensitz dazu bringen sich kleiner zu
machen, ist einfach schlechtes Verhalten. Wenn ein Versager nichts
vorzuweisen hat dann nutzt er eben solche "Symbole" und manche Frauen
fallen dann darauf rein.
Aus Wikipedia, die Quelle ist dort verlinkt: "Die Sportwissenschaftlerin
Ina Hunger und der Sozialwissenschaftler und Geschlechterforscher Paul
Scheibelhofer verweisen darauf, dass das Manspreading anerzogenes bzw.
erlerntes Verhalten sei."
Wikipedia
Es ist nicht die Anatomie, es ist Getue und Angeberei.
Ich ziehe meine Beine auch mal ein, wenn jemand Platz braucht oder es
eben eng ist. Und glaubt mir, es tut nicht weh und man klemmt sich auch
nichts ein. Gut, ich bin jetzt auch nicht so fett aber Fett ist ja weich,
oder?
Also, damals. Die Argumente waren durchaus auf meiner Seite, ganz besonders
die folgenden: "Meine Wohnung, meine Couch, meine Sitzhaltung.". Und wer
sich von der Sitzhaltung gestört fühlt, solle es dann bitte erklären. Evtl.
hätte ich ja noch was dazu lernen können.
Jaqueline blieb da nicht still. Und das war eben etwas ... ja, zum lachen.
Es war nicht witzig, eher zum schmunzeln.
Ihre Eltern könnten ihr glauben, daß sie bestätigen könne, daß ich ein
richtiger Mann sei. (Ja, da wird man hellhörig.) Ich sei so männlich, daß
ich es gar nicht nötige hätte es immer zu beweisen, so wie die Möchtegern
Männer welche an ihrer Männlichkeit zweifeln. Ich wäre so männlich, daß
ich frei sei mich so zu verhalten wie ich es möchte und keinerlei Zwang
unterliege. Sie sei froh, daß ich ihr bester Freund sei, denn sie könne
sich keinen besseren vorstellen.
Es ist jetzt nicht Wortwörtlich. Und falls es übertrieben klingt, ja, daß
war es auch. Sollte wohl auch so sein.
Aber sie stand für mich ein, gegen ihre eigenen Eltern.
Und wie gesagt, es war kein Streit. Niemand wurde böse auf den anderen.
Am Ende des Tages war es eher das Gegenteil. Nach dem Kaffee und Kuchen
ging es zum verabschieden. Ich bekam Lob und Dank, nicht nur für den Tag
und das Essen, sondern weil ich mich um ihre Tochter kümmern würde und
ich so einen guten Einfluss auf sie hätte. Ja, lach nicht Jacky, du
warst dabei.
Wussten ihre Eltern eigentlich, was wir alles gemacht hatten? Gibt es die
Mauer in Bonn eigentlich noch? Vermutlich nicht, ist schon lange her.
"Ma.Ja. was here", falls das noch nicht entfernt wurde und jemand die
Inschrift in einer Mauer geritzt sieht: Die ist schon viele Jahre alt und
es ist nicht die berühmte Biene gemeint, obwohl sie der Auslöser war.
Nein, wir waren nicht betrunken. Es war eher Langeweile.
Das war die Geschichte aus Bonn.
Es war wirklich wie ein anderes, neues, Leben als ich dort war. Ich selbst
lernte meinen Körper und auch mich selbst zu akzeptieren. Die Reaktionen
und Rückmeldungen der Menschen dort gaben mir diese positive Energie die
ich vorher nie bekam.
Bodyshaming, dort waren wir eigentlich. Wenn Menschen meinen, es sei doch
nicht schlimm und wenn die anderen es sich so zu Herzen nehmen dann ist
es doch deren Problem. Sind eben zu schwach oder sonst was. Nein, was
diese Menschen machen, die welche Bodyshaming gegen andere betreiben, ist
Gewalt in primitivster und verabscheuender Form. Diese Menschen sind feige
und wenn sie es nötig haben andere abzuwerten um sich selbst besser zu
fühlen dann sollten die sich lieber von einem Psychologen behandeln lassen.
Denn bei denen stimmt etwas im Kopf nicht, ihr Sozialverhalten ist wohl
gestört.
Frauen werden oft Opfer von Bodyshaming, Täter sind Männer wie Frauen.
Was ich darlegen wollte, auch wir Männer sind oder können Opfer dieser
Handlungen sein. Den Opfern die Verantwortung für ihr Leid zu geben hat
nichts mit der Realität zu tun.
Frauen nehmen sich eher über ihren Körper wahr und identifizieren sich
eher über ihren Körper. Bei Männern ist es weniger so, die haben andere
Dinge mit denen sie sich profilieren wollen.
Eine schöne Frau, welche auch in der Öffentlichkeit steht, wird Opfer
von Bodyshaming. Nicht weil sie hässlich ist, nicht weil sie zu wehleidig
oder emotionell ist. Es ist die Menge und die Menschen welche dann auch
in das Bodyshaming einsteigen, weil es ihnen Spaß macht andere abzuwerten
selbst wenn es dafür keinen Grund gibt. Immer wieder kleine Stiche, welche
in der Summe eine Qual werden und einen Menschen brechen können. Eine Frau
welcher sicher oft gesagt wurde, wie schön sie ist. Eine Frau welche durch
ihr öffentliches Auftreten von ihrem Aussehen sicherlich profitierte, sie
verlor ihr Selbstvertrauen, ihre Kraft und zog sich zurück.
Es waren doch nur Worte? Es ist die Schuld der Frau und nicht die derer
welche nur ihre Meinung sagten. Ist es das? Sind es nur Worte? Ist es nur
eine Meinung?
Noch eine kleine Geschichte aus meiner fernen Vergangenheit. Die Frage,
warum ist mir eine normale simple Alltagssituation so im Gedächnis
geblieben, wäre noch eine andere. Evtl. weil mich die Situation sehr
getroffen hatte oder ich es zumindest so empfand. Oder weil mein
Unterbewusstsein es nicht so stehen lassen wollte und mich immer wieder
darüber nachdenken lies?
Ich war in einer Stadt, ich kam gerade aus dem Parkhaus und ging auf dem
großen Platz, den Marktplatz, im Zentrum der Stadt. Ich wollte ihn
überqueren, so wie viele andere Leute dort auch. Es war nicht voll also
genug Platz und kein Gedränge. Ich ging da also und mir kamen drei Mädchen
oder junge Frauen entgegen. Nun, sie waren noch jung. Sie kamen mir
entgegen und wir gingen im Grunde aufeinander zu. Wir sahen uns natürlich
an, man schaut ja wohin man geht und will mit niemanden zusammenstoßen.
Sie waren wohl Freundinnen, sie gingen sehr eng nebeneinander. Ich merkte
dann, daß sie mich so im Blick behielten. Als sie dann in evtl. einem
halben Meter an mir vorbei gingen merkte ich wie sie lachten oder doch
eher kicherten. Ich drehte meinen Kopf, um die nochmal anzusehen. Es war
so, als ob sie die Köpfe zusammensteckten und dann lachten oder kicherten.
Ich dachte nur, die lachen mich aus und machen sich über mich lustig.
Warum? Ich weiß es nicht. Aber die Frage stellte ich mir auch nicht.
Ich hatte nur diesen einen Gedanken, die lachen mich aus und machen
sich über mich lustig. Es war nichtmal, daß ich abwägte ob es etwas
anderes war, ich hatte keinen anderen Gedanken, welche evtl. dann von
mir verworfen wurden. Es gab für mich keine Alternative, es konnte in
meinem Denken nur das sein. Es traf mich, mein Selbstwertgefühl bekam
mal wieder einen Tritt in den Allerwertesten. Ich habe diese Erinnerung
an diesen "Vorfall", aber es hat lange gedauert bis ich fähig war, es
aus einer anderen Richtung zu betrachten. Es waren nicht Tage oder Wochen,
auch nicht Monate, es waren Jahre. Irgendwann denkt man dann daran und
sieht eine andere Version als Möglichkeit. Vielleicht haben die mich
nicht ausgelacht, vielleicht war es dieses schüchterne Kichern von Mädchen
wenn sie jemanden sehen denn sie cool oder so finden. Ich weiß es nicht.
Warum hätten sie mich auslachen sollen?
Für mich ging es darum, ich hatte damals nichtmal die Fähigkeit es aus
einer anderen Perspektive zu sehen. Ich sah nur das Auslachen, etwas
anderes gab es in meinem Denken dafür nicht. Erst später, dank anderer
Menschen welche einem anders behandelten, konnte ich aus dieser Denkweise
ausbrechen.
Wie soll man einen anderen Weg gehen, wenn man selbst keinen anderen Weg
sieht? Man weiß nicht wo man gehen soll und man sieht selbst keinen anderen
Weg. Erst wenn jemand kommt und eure Hand nimmt und euch den Weg zeigt,
dann könnt ihr den Weg auch sehen und gehen.
Die Menschen vor meiner Zeit in Bonn, sie zeigten mir keinen Weg der mir
helfen könnte. Die wollten nicht, daß ich einen anderen Weg gehe als den,
von dem die selbst profitieren. Als ich nach Bonn ging waren da Menschen
die etwas konnten was die anderen vorher nicht konnten oder wollten: Nicht
nur an sich denken sondern auch an andere. Dort waren Menschen mit Empathie
und Rücksicht. Menschen für die Freundschaft oder Liebe kein Geschäft war
von dem sie nur profitieren wollten. Menschen welche sich Sorgen um andere
machen, nicht gespielt oder aus Berechnung, sondern um anderen helfen zu
können. Die fragten nicht "was habe ich davon" sondern "wie kann ich für
dich da sein". Für diese Menschen, welche mir so viel gegeben haben, für
die bin ich dankbar. Dank ihnen konnte ich mich ändern, meine
Selbstwahrnehmung stärken und das sein was ich war. Ich sollte keine
Marionette sein oder ein Statist in einem Bühnenspiel was jemand als sein
Leben inszenierte. Ich sollte einfach nur ich sein, sie wollten mich und
nicht etwas.
Ja, ich veränderte mich damals. Die Entscheidung nach Bonn zu gehen, es
war meine Entscheidung, ich dachte dann nur an mich und nicht an das was
die anderen wollten. Es gab dann auch negative Kommentare, es war mir egal.
Ich könnte jetzt zum Schluß kommen, es ist wieder viel BlaBla-Text geworden.
Aber ich möchte noch weiter gehen.
Als ich das Angebot bekam, nach Berlin zu kommen, war ich nicht mehr der,
welchen die Menschen vor Bonn aus mir gemacht hatten. Berlin, und alles was
damit zusammen hing, hat mich noch weiter verändert. Ich wurde akzeptiert,
selbst die Leute welche in höheren Stellungen waren, nahmen mich wahr und
gaben mir positives Feedback. Die Menschen nehmen einen wahr und gehen auf
einen zu. Ich schrieb, glaube ich, schon mal über so etwas, wenn man selbst
nicht in der Verantwortung ist aber dann Situationen da sind wo jemand eine
Entscheidung treffen muß, und die Leute schauen dann dich an. Die glauben,
du bist derjenige welcher fähig ist die Entscheidung zu treffen und den
Leuten zu sagen, was sie tun sollen. Du willst es eigentlich gar nicht aber
du tust es dann, weil es sonst niemand tut.
Es sind am Ende positive Dinge, welche einem Kraft und Antrieb geben. Wenn
man Belobigungen bekommt und sogar bedauert wird, daß man keinen Orden
bekommen hat. Solche Worte, wenn die Menschen sich so mir gegenüber verhalten,
die geben einem Auftrieb.
Ja, dann passiert auch so etwas, passiert aber bestimmt vielen, wenn man in
der Stadt an einer roten Ampel wartet und eine Frau die Beifahrerseitentür
öffnet und fragt ob man sie mitnehmen könne. Natürlich hatte ich sie
mitgenommen. Manchmal hat man so viele Dinge im Kopf das man die
offensichtlichsten nicht gleich sieht. Warum wählte sie meinen Wagen? Da
standen auch andere vor und hinter mir. Weil ich nicht so eine Angeber-
oder Aufreißerkarre fuhr? Ja, ich ärgerte mich später selber darüber, ich
fragte sie nicht nach ihrer Nummer oder so etwas.
Eunjoo, ich lasse sie nicht aus. Sie sah mich als Mann, jemand mit dem
sie zusammen sein wollte. Wir sind uns näher gekommen und sie war die
erste Frau, bei der ich "ihr Mann" war.
Ich war trotzdem zurückhaltend. Meine Selbstwahrnehmung und mein
Selbstwertgefühl waren wieder vorhanden. Aber ich war nie jemand der
offensiv vorging. Bei ihr kam es wohl gut an, es wirkte wohl cool.
Eunjoo selbst war nicht unbedingt schüchtern, sie hatte ja durchaus ihr
Temperament welches "mal" durchging. Aber sie war eben auch zurückhaltend.
Sie hatte Tugenden, welche man bei manchen Frauen vermisst. Sie war durchaus
warmherzig und nicht egoistisch aber sie hätte dir sofort eine geknallt wenn
du sie bedrängt hättest. Trotzdem ist sie mit zu mir in die Wohnung, und so
weiter.
Bodyshaming gab es damals nicht, im Gegenteil. Und wenn es dumme Kommentare
gegeben hätte, es wäre egal gewesen weil so viel positives Erleben dagegen
gestanden hatte.
Meine Engel, ich könnte jetzt viele Geschichten schreiben. Aber es ist schon
wieder so viel Text geworden.
Als Freni und ich uns das erste mal sahen, war es Liebe auf den ersten Blick?
Ich schrieb es schon mal, was damals war. Ich wurde auf sie aufmerksam weil
sie mich ansah und dann wieder schüchtern wegsah, immer wieder. Wir nahmen
ohne Worte Kontakt auf. Dann kam sie zu mir, sie wollte mich kennenlernen.
Wir lernten uns kennen, ich hoffe und denke, daß ich sie wirklich glücklich
machte. Wenn es etwas gegeben hätte, hätte sie es sicherlich angesprochen.
Nachdem wir nach der Trennung wieder zusammen waren schworen wir uns immer
über alles offen zu reden.
Bodyshaming. Man achtet aufeinander aber wertet den anderen nicht ab. Nein,
es gab da nie irgendwelche Kommentare. Es gab auch keinen Grund dazu.
Es war eher das Gegenteil. Nach der Geburt fiel sie in den Wahn immer öfter
ins Fitnesscenter zu gehen und ihren Körper wieder "zu formen". Sie hatte
das nicht nötig, es gab keinen Grund weshalb sie ihre Gesundheit aufs Spiel
setzte. Es war wohl ihr Empfinden durch die Schwangerschaft und Geburt nicht
mehr attraktiv genug zu sein. Selbst wenn die Zeichen der Schwangerschaft
und Geburt geblieben wären, es wäre doch schön. Das Zeichen unserer Verbindung,
das Zeichen, daß wir eine Familie gegründet hatten. Das Zeichen unserer
Verbundenheit. Es hätte sie nicht hässlich gemacht, im Gegenteil. Ich hätte
sie mehr denn je als attraktiv empfunden.
Jemanden, zB der Frau die man liebt, immer wieder Komplimente zu machen, es
ist der Ausdruck des Respekts und der Unterstützung. Ihr die positive Energie
zu geben die jeder gebrauchen kann. Es ist wichtig es eurem Partner immer
wieder zu zeigen wie wichtig er/sie für euch ist. Selbst wenn euer Gegenüber
es weiß und es klar ist, gebt die Worte, sagt jemanden wie schön er/sie ist
und wie sehr ihr ihn/sie liebt. Diese Worte sind eben nicht nur Worte, es
ist Energie und Emotionen welche euer Gegenüber immer wieder gebrauchen kann.
Spart nicht damit, wenn ihr es ernst meint und die Worte wahrhaft sind dann
kostet es euch nichts, im Gegenteil. Die Energie dieser Worte, welche ihr
jemanden gebt, die werdet auch ihr spüren.
So ist meine Erfahrung. Es sind nicht nur Worte, sowohl im Positivem wie im
Negativem.
Ivie ist eine schöne und attraktive Frau welche ein wunderbares inneres
Wesen hat und einfach ein toller Mensch ist. Das schreibe ich nicht nur
immer wieder um anzugeben oder mich bei ihr einzuschleimen, sondern weil
es so ist. Sie weiß es doch mittlerweile sowieso, da muß man es doch nicht
immer wieder wiederholen. Muß man nicht, aber ich tue es. Wenn ich es sage
oder schreibe dann weil ich es auch gerade denke. Und Ivie weiß, wenn ich
es sage dann meine ich es auch so. Es ist kein Automatismus, keine Gewohnheit
oder eine Floskel. Ich meine es so und sage es auch. Sie hört es auch gerne,
ja, ist doch gut denn ich sage es auch gerne. Es ist wichtig, daß es zu sagen
nicht im Alltag und der Gewohnheit untergeht. Solche Worte sind wichtig und
sollten auch ausgesprochen werden, wenn man es dann auch so meint. Man spürt
immer wieder welche Energie es beiden gibt.
Menschen welche Opfer von Bodyshaming und ähnlichem sind, die bilden es sich
nicht ein, die sind auch nicht selber schuld wenn sich ihr Selbstwertgefühl
und ihre Selbstwahrnehmung negativ entwickelt. Bodyshaming soll ja genau das
bei den Menschen bewirken, und es wird so lange angewendet bis es Wirkung
zeigt. Bodyshaming kann aus verschiedenen Gründen angewendet werden doch es
macht es dadurch nicht besser oder wirkungsloser.
Es ist die Beeinflussung von Außen welche uns bestimmt, sowohl im negativem
wie im positivem Sinne.
Wie ihr mit anderen Menschen umgeht, was ihr ihnen sagt, bestimmt auch das
Empfinden und die Sicht dieser Menschen. Ihr alleine seid dafür verantwortlich
wie ihr mit anderen Menschen umgeht.
Ich habe viel über mich geschrieben weil es das ist, was ich kenne. Ich könnte
auch zB über Freni, und das sie damals als Kind und Jugendliche gemobbt wurde,
schreiben. Sie hat mir erzählt was war und wie es ihr erging. Es waren nur
Worte, oder? Das Mobbing und als sie es mir erzählte, nein, es waren nicht nur
Worte. Mobbing setzt jemandem zu, selbst wenn sie sagen sie seien stark und
hart genug um es nicht an sich zu lassen. Im inneren dieser Menschen sieht es
oft anders aus. Es jemandem zu erzählen, eine andere Sicht und andere Gedanken
dazu zu hören, noch dazu von jemandem dem man vertraut, es kann so viel ändern.
Es sind nicht nur Worte, es ist so viel mehr. Jemandem zuhören und ihm/ihr ein
paar Worte und positive Energie geben, es kann so viel bedeuten und kostet doch
so wenig.
Ja, ich. Ich änderte mich und es gibt sicherlich sehr viele Menschen da draußen
denen es ähnlich erging wie mir. Ein zerstörtes Selbstwertgefühl, ein zerstörtes
Selbstbild und man bekommt dafür auch noch die Schuld zugesprochen. Die anderen,
welche es einem antaten, sie werden keine Verantwortung für ihre Handlung und
Worte übernehmen, dazu sind sie zu feige und wohl auch nicht fähig.
Doch mit "denke positiv und alles wird gut" ist es nicht getan. Die Denkweise
und das Empfinden sind so ausgerichtet, da helfen solche Sprüche nicht.
Die Leute sollen positiv denken und alles wird gut und wenn nicht sind sie eben
selber schuld. Solche Sprüche helfen nicht wenn ihr die positive Seite, an welche
die Leute denken sollen, nicht mitgebt.
Einem Rollstuhlfahrer die Toilette am Ende der langen Treppe zu zeigen und sich
dann wundern, daß er sich doch in die Hose gemacht hat obwohl man ihm doch den
Weg zur Toilette zeigte, wem würde man wohl als dumm bezeichnen?
Ivie würde sagen: "Typisch Zwillinge". Zwillinge sind beliebt und finden schnell
Kontakt. Und alles so was, ich habe nicht alles gelesen was die Astrologie den
Menschen, welche in diesem Zeitraum geboren wurden, alles zuschreibt.
Aber eines habe ich gelesen: Zwillinge flirten gerne.
Am Anfang des Jahres schrieb ich über Ereignisse und es ging da wohl um das
Thema Eifersucht. Flirte ich, daß die Frauen deshalb auf mich aufmerksam werden?
Wenn Frauen mich ansprechen, auf mich zugehen, hatte ich sie angeflirtet?
Ich glaube nicht, daß es das ist. Mein Engel fand mich interessant und wollte
mich kennenlernen. Ivie wurde schon vor Jahren auf mich aufmerksam. Eunjoo fand
mich außergewöhnlich und fing etwas mit mir an.
Jaqueline? Mein Auftreten und mein Verhalten hätte mich von der Masse abgehoben
so das ich ihr schon am ersten Tag aufgefallen sei. Als wir Kontakt bekamen
hätte sich ihr Bild von mir nur bestätigt. In der Richtung sagte sie es.
Ich falle auf, oder so. Und das ist positiv gemeint.
Flirte ich? Wenn ich eine Frau interessant finde, dann kann es durchaus sein,
daß ich in so einen Modus verfalle. Aber ich denke nicht, daß es normal bei
mir ist jede Frau derart zu bearbeiten. Freni war auch mal Eifersüchtig, sie
zeigte es nicht immer so direkt aber wenn sie der Meinung war, daß ich zB zu
lang oder intensiv mit einer anderen Frau sprach, dann merkte man es ihr an.
Sie gab es mir dann auch meist schnippisch zu verstehen. Behalten wir mal so
eine Situation im Kopf und erinnern uns später daran, und wie ich dann wohl
reagierte.
Ivie, das Thema Eifersucht war bei uns ein intensives Thema. Ich schrieb auch
schon mal direkt über das Thema und uns. Ivie wurde schnell extrem
Eifersüchtig. Es kann mit ihrer Vergangenheit zu tun haben, die Angst etwas
oder jemanden, welcher ihr viel bedeutet, zu verlieren. Die Angst nicht mit
anderen Frauen konkurrieren zu können und deshalb sofort in Angriffsmodus geht
um zu verhindern, daß sich eine andere Frau zischen uns drängt.
Es war der Weihnachtsmarkt und die Verkäuferin in dem Stand welche mich dann
so nett bediente und laut Ivie mich so ansah. Ivie fragte mich dann, ob ich
es nicht mitbekommen würde wie mich manchmal Frauen ansehen würden. Es klang
schon vorwurfsvoll, als ob es mir bewusst sei und es quasi ausnutze es aber
nicht zugeben wollte. Also, als ob ich flirte.
Es kann durchaus sein, daß es mein Verhalten war. Doch was tat ich? Ivie
konnte es nicht sagen. Ich flirtete nicht.
Wir haben es auch in den Griff bekommen. Ivie hat Vertrauen in mich und ich
achte darauf, ihr nicht zu sehr einen Grund zu geben Eifersüchtig zu werden.
Der Tanz in den Mai dieses Jahr. Da lief es auch anders. Ich habe nicht mit
der Frau geflirtet, die kam zu mir und ich machte klar, daß ich nichts von
ihr will.
Ich flirte, ja. Evtl. bin ich manchmal besonders nett zu manchen Frauen.
Aber flirten tue ich mit der Frau welche ich liebe. Ist noch nicht lange
her, da schrieb ich hier davon: Rollenspiele. Ich flirte mit Ivie und es
macht Spaß. Immer wieder zu zeigen, daß sie die Frau in meinem Leben ist,
es macht Spaß besonders ihre Reaktion zu sehen und zu erleben.
Auch bei Freni war es so. Ich schrieb oft, es war als würden wir uns jeden
Tag aufs neue verlieben. Ich flirtete mit ihr, immer und immer wieder. Denn
nur mit der Frau die ich liebe macht es für mich überhaupt Sinn.
Wenn sie eifersüchtig war, dann zeigte ich ihr, daß es nur sie gibt. Wenn
ich schon flirte, dann mit ihr.
Worte des Respekts, der Anerkennung und als Liebesbeweis. Es sind nicht nur
Worte, es ist mehr und es ist wichtig. Berührungen welche nicht der kurzen
sexuellen Befriedigung dienen sondern dem Ausdruck der Gemeinsamkeit und des
füreinander da sein. Für Ivie und mich hat die körperliche Intimität einen
besonderen Stellenwert bekommen, denn sie ist nicht selbstverständlich, sie
ist nicht nur etwas körperliches, es ist noch mehr.
Wer jetzt nur an das eine denkt, wie massieren uns. Ich massiere sie gerne,
auch ihre Füße und Beine. Es ist kein Muß, oder das sie es unbedingt will.
Ich muß sie aber auch nicht dazu zwingen und sie muß mich nicht dazu zwingen.
Es ist das Zeichen des Miteinanders. Intimität ist mehr als nur mal eben Sex
haben.
Ich finde keinen Schluß, tut mir leid wenn es so lang ist und ich immer
wieder mit dem selben anfange.
Mir wurde eine Selbstbild und Selbstwert mitgegeben welcher es mir sehr
schwer machte mich selbst zu akzeptieren. Andere Menschen halfen nicht.
Erst später änderte es sich.
Andere Menschen hatten wohl ein anderes Bild von mir. Etwas, was mir damals
als unmöglich erschien. Sie lehnten mich nicht ab, sie suchten sogar den
Kontakt zu mir. Es war wohl oft ich selbst, der mir im Weg stand.
Heike, welche mich sogar küssen wollte. Alexandra, welche mir in den Hintern
trat um meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich glaube ich war damals in sie
verliebt. Ich habe mir oft gewünscht, ich hätte damals eine Chance bei ihr
gehabt oder es zumindest versucht.
Es gab noch andere. In der höheren Handelsschule gab es zB eine Jaqueline,
eine andere, es gab auch eine Nicole und andere. Es gab auch andere Jungs
mit denen wir, ich, damals als Gruppe zusammen waren. Hatten die nur Mitleid
mit mir? "Durfte" ich deshalb ein Teil dieser Clique sein?
Ich schrieb so viel und es erstreckt sich über Tage und erst jetzt denke ich
daran, daß ich ja Bilder von mir hier habe. Das eine Bild ist von damals, da
habe ich noch die Brille, später bekam ich die Implantate.
Wie sehe ich auf dem Bild, mit 18, aus? Ich habe auch noch Bilder von damals,
von der damaligen Jaqueline zB im Bus oder auf so einer Schlafcouch liegend.
Ein Bild wo ich gewartet hatte bis die drei um die Hausecke kamen um dann
ein Photo von ihnen zu machen. Das Bild zeige ich nicht hier, es sind andere
Leute drauf und sie wollen es evtl. nicht. Aber eine hob die Hand, so als
ob sie grüßt, die andere zeigte ein Lachen und die damalige Jaqueline wollte
wegrennen. Als sie sich drehte um wieder hinter die Hausecke zu rennen machte
ich das Photo. Das Bild von mir hatte die Jaqueline von damals gemacht.
Wir hatten durchaus Spaß zusammen damals. Die "Orgie" im Bett, auch davon
gibt es Bilder. Die Betten damals waren wirklich stabil, drei/vier Leute
auf einem Bett. Nun wir waren größtenteils angezogen. Ich weiß gar nicht,
wer das Bild damals gemacht hatte, der Raum war ja voll. Hier und da hatte
auch jemand eine Bierflasche in der Hand. Oh, Angela gab es ja auch. Ja, sie
war niedlich. Aber bei ihrem Namen war sie empfindlich. Das "g" auch als "g"
gesprochen, nicht wie im englischem Angel (Engel).
Ich würde lügen wenn ich sagen würde, daß ich nicht an die damalige Jaqueline
interessiert gewesen wäre. Aber weder bei ihr noch bei mir war es die große
oder kleine Liebe, wir haben nur Zeit miteinander verbracht. Trotzdem fand
ich sie, und nicht die anderen, interessant. Sie entsprach evtl. nicht den
Vorstellungen anderer Männer, sie trug eine Brille, war klein und wirkte
dadurch pummelig, was sie aber nicht war. Sie war sogar sportlich, machte
Backflips und Handstand einfach mal so auf der Wiese oder so. Ihr auftreten
war jetzt auch nicht diese weiche Weiblichkeit, sie teilte aus.
Damit sind wir wieder bei dem Thema.
Aber ich lasse es jetzt. Ich eiere nur noch herum. Es ist ein schwieriges
Thema. Das Aussehen ist wichtig aber sollte nicht beherrschend sein. Wenn
man sich selbst davon betroffen fühlt, obwohl andere es anders sehen, macht
es das einem nicht leichter.
Menschen empfanden mich wohl nicht so abstoßend wie ich mich selbst.
Anderen Menschen geht es genauso. Und warum? Weil es ihnen so "gesagt"
wurde und sie es irgendwann so annehmen.
Erst wenn man andere Erfahrungen erleben darf, wenn die Menschen einen
anders behandeln, dann kommen auch positive Momente und Empfindungen
dazu. Und irgendwann bekommt das positive Empfinden die Oberhand. Dann
ändert sich auch das Selbstbild und der Selbstwert. Doch das passiert
nicht von selbst. Es ist schwierig die Mauern im Kopf alleine einzureißen.
Hilfe von anderen ist da sehr viel wert. Worte können so viel ändern.
Gute Worte welche positive Energie vermitteln.
Es gibt aber auch dumme und böse Worte, welche die negative Energie
übermitteln um den Selbstwert und das Selbstbild zu zerstören.
Zu mir, man kann nicht darauf warten, daß irgendjemand kommt und einem
aus dieser Denkwelt und allem heraus holt. Man muß auch an sich selbst
arbeiten, mit sich selbst kämpfen.
Es gibt nicht viele Bilder von mir, weil ich es nicht mag fotografiert
zu werden. Bei den Bildern als Kind bin ich oft fröhlich. Ich hätte es
selbst nicht gedacht. Diese positive Einstellung, die positive Sicht
aufs Leben, die hatte ich wohl als Kind in mir.
Ich mache Gymnastik, Sport, weil ich es musste. So behielt ich die Kontrolle
über meinen Körper und landete nicht im Rollstuhl. Später verbesserte es
meine Fitness und ja, hatte Einfluss auf mein Aussehen. Nicht meine Ohren,
die sind so ok und ich habe auch nie wie Dumbo abgehoben, aber es wurden
andere Dinge gerichtet. Nicht nur wegen des Aussehens aber es hatte eben
auch darauf Auswirkung, denke ich. Es hatte aber andere Gründe. Man hätte
eben besser auf so etwas achten müssen als ich ein Kind war. Auch wenn
nichts wegfaulte oder so aber wenn es schief wächst kann es zu Problemen
führen. Ich ging und gehe zu einer Kosmetikerin um mich besser zu fühlen
und um besser auszusehen, so waren die Rückmeldungen von anderen, es sieht
gut/besser aus.
Gymnastik/Training -> Sachliche Gründe: Gesundheit, mobil bleiben, bessere
Leistungsfähigkeit. -> Nebeneffekt: Verbessert aber auch das Aussehen und
den Selbstwert und das Selbstbild. Verbessert die Wirkung auf andere.
Kosmetikerin -> Sachliche Gründe: Ich ekelte mich vor mir selbst. Ja gut,
ist evtl. kein sachlicher Grund. Es ging wohl auch um meinen Vater, daß
ich nicht so sein wollte wie er. Ich denke, es war ein guter Grund. Es
ging mir damals nicht ums Aussehen, im Gegenteil. Ich befürchtete sogar,
daß man mich deswegen auslacht. Doch ich machte es, weil ich es wollte
und mir die anderen egal waren. Nun, niemand lachte. Es sieht eben doch
besser aus.
Es gab Dinge welche ich tat und tue, die mein Selbstwertgefühl auch
stärkten. Die auch positive Rückmeldungen und Komplimente hervor
brachten. Es gab andere Gründe für mich, es zu tun, aber es hatte eine
Wirkung auf mich was wiederum anderen es mit mir leichter machte.
Last das Bodyshaming, jeder hat seine hässliche und schöne Seite.
Gebt den Menschen eine Chance und versucht nicht euch auf Kosten
anderer zu erheben. Der Grund, weshalb solche Menschen Bodyshaming
betreiben ist wohl, weil sie selbst innerlich hässlich sind und
man es auch von außen sehen kann.